Autor Thema: Die Erschaffung von Chimären heute (und früher)  (Gelesen 4497 mal)

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Selena

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Die Erschaffung von Chimären heute (und früher)
« am: 09. 11. 2006 | 18:12:43 »
Die Erschaffung von Chimären heute (und früher)
erstellt am: 3/5/2005 um 10:55



Gab es einst auch Gentechnologie? Wie sonst wären die vielen Legenden über Mischwesen den sonst zu erklären?
Gibt es sie noch heute (Nein, ich spreche NICHT von  dieser Fischart)? Oder werden "Wir" soweit gehen welche zu erschaffen?
Fragen über Fragen über die ich hier gerne diskutieren würde. Was ist eure Meinung?

Erst einmal die erklärung "Was ist eine Chimäre?":
Zitat
Die Chimäre (griech. "chimaira" = "Ziege"), ein Geschöpf der griechischen Mythologie, war eine Tochter der Ungeheuer Echidna und Typhon, ihre Geschwister waren Hydra, Kerberos und Sphinx. Sie lebte in Lykien, wo sie Mensch und Tier bedrohte.

Homer beschreibt sie in der Ilias als feuerspeiendes Mischwesen mit drei Köpfen, der eines Löwen, im Nacken der einer Ziege, und als Schwanz hat sie den Kopf einer Schlange oder den eines Drachen. König Jobates gab Bellerophon, einem Enkel des Sisyphos, den Auftrag, die Chimäre zu töten. Hierzu stellte ihm ein griechischer Gott (Athene oder Poseidon) das geflügelte Pferd Pegasus zur Verfügung: Aus der Luft konnte er die Chimäre mit seinen Pfeilen erlegen. König Jobates freute sich darüber so sehr, dass er dem Bellerophon die Hand seiner Tochter schenkte.

In den Naturwissenschaften werden auch Lebewesen als Chimäre bezeichnet, die auf nicht natürlichem Wege entstanden sind und Merkmale zweier Arten miteinander vereinen. Ein Beispiel stellt die Mitte der 1980er Jahre von US-Wissenschaftlern gezüchtete Schiege (engl. geep) dar, ein Mischwesen aus Schaf und Ziege. Heutzutage bekommt der Begriff Chimäre mit der Genetik eine realistische Bedeutung, besonders in der Pflanzenzüchtung.

Berühmt ist die "Chimären-Galerie" auf den Türmen von Notre Dame in Paris. Diese Wächter über den Wasserspeiern wurden im 19. Jahrhundert von Viollet-le-Duc geschaffen.

Weitere mythologische Chimären: Ammut, Basilisk, Gorgonen, Greif, Harpyie, Hippogryph, Ichthyozentaur, Meerjungfrau, Minotauros, Mantikor, Satyr, Sphinx, Zentaur

Quelle (Wikipedia)


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Hier ein Aktueller Bericht zu diesen Thema:
Zitat
02. Mai 2005

BIOMEDIZIN

  Der Mensch im Tier

  Von Gerald Traufetter

Deutsche Forscher spritzen menschliche Zellen in die Gehirne von Affen und Nagern, um Therapien gegen Alzheimer oder Parkinson zu testen. Ethiker fühlen sich überrumpelt: Wie weit dürfen Wissenschaftler bei der Erzeugung dieser Mischwesen, der sogenannten Chimären, gehen?

Die Extraportion Mensch ist den Affen nicht gut bekommen. Zehntausend menschliche embryonale Stammzellen hatten Göttinger Wissenschaftler den Primaten ins Gehirn gespritzt.

Menschliche Gedanken sind ihnen deshalb wohl kaum durch den Kopf geschossen. Die Tiere haben das Experiment auch nicht überlebt. "Sie haben Tumoren bekommen", berichtet Ahmed Mansouri vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, der die Versuche gemeinsam mit dem Deutschen Primatenzentrum in Göttingen vorgenommen hat.

Die Untersuchung des Hirngewebes war für die Grundlagenforschung dennoch sehr aufschlussreich. "Wir wollen verstehen, wie sich die noch undifferenzierten Stammzellen im lebenden Organismus verhalten", so Mansouri.

Mindestens ein Teil hat sich tatsächlich zu menschlichen Nervenzellen entwickelt; dass sich die Hirnleistung des Affen dadurch seinem evolutionären Verwandten angenähert haben könnte, hält Mansouri indes für ausgeschlossen. "Diese wenigen menschlichen Zellen sind nur wie Sandkörner in einem Ozean", sagt der Bioforscher und hält daher auch ethische Bedenken für abwegig. "Man muss abwägen", sagt Mansouri, "zwischen den Tieren und den Menschen, denen wir in Zukunft glauben, mit Stammzellen helfen zu können."

Um den verheissungsvollen Versprechungen auch konkrete Therapien für unheilbare Krankheiten wie Parkinson oder Multiple Sklerose folgen zu lassen, testen die Stammzellforscher ihre Wunderzellen in Tieren. Die Wesen, die sie dabei schaffen, nennt man nach einem Begriff aus der griechischen Mythologie Chimären.

Der Ausdruck hinterlässt ein mulmiges Gefühl. Er löst Assoziationen aus zu dem Feuer speienden Mischwesen aus Löwe, Ziege und Schlange, das Homer in seiner Ilias beschreibt. Erwecken die Wissenschaften womöglich den Menschen im Tier?

Einige Stammzellforscher werden wohl längst verfluchen, dass sich der gruselige Begriff der Chimäre etabliert hat. Denn es geht ihnen gar nicht um die Schaffung von vollständigen Mischkreaturen wie der auffälligen Schiege, die bereits Anfang der achtziger Jahre als Kombination aus Schaf und Ziege kreiert wurde. Um das Menschliche im Versuchstier zu finden, müssen die Stammzellforscher schon zum Mikroskop greifen.



Dennoch fordern Kritiker eine Grundsatzdebatte über diese Mischgeschöpfe. Wie viel Mensch darf in einer Maus stecken? Können ein Prozent, 10 oder 50 Prozent menschlicher Hirnzellen im Affen schon ausreichen, um höheres Bewusstsein in ihm entstehen zu lassen? Was wäre, wenn Ratten plötzlich Samen- oder Eizellen des Menschen ausbilden und sich fortpflanzen?

Rechtfertigen revolutionäre Heilungsversprechen biotechnologische Eingriffe in jahrmillionenalte evolutionäre Grenzen? Droht gar eine Erosion des Menschlichen? Was ins Haus stehe, sei "die andere Stammzelldebatte", schrieb unlängst die "New York Times".

Vorige Woche stellte eine unabhängige Wissenschaftlerkommission der amerikanischen "National Academies" Richtlinien zur embryonalen Stammzellforschung vor. Monatelang hatten sie über die Gebote beraten - und über die Frage der Chimären am heftigsten gerungen. Ausführlich widmet sich das Expertengremium aus Ethikern, Biologen und Medizinern jetzt auch diesen Mischwesen.

Für weitgehend unbedenklich halten die US-Autoren beispielsweise Versuche, bei denen menschliche Stammzellen ins Herz oder das Knochenmark einer Maus gespritzt werden (siehe Grafik). Ganz anders beurteilen sie jedoch Experimente am Gehirn.

Insbesondere das Einspritzen von embryonalen Stammzellen, die noch nicht weiter im Reagenzglas ausdifferenziert sind, gilt als ethisch bedenklich: "Die Idee, dass menschliche neuronale Zellen an ,höher gestellten' Hirnfunktionen eines nichtmenschlichen Wesens teilnehmen, weckt, obwohl unwahrscheinlich, Bedenken." Welche Experimente die Stammzellforscher auch immer machen - die National Academies empfehlen ihnen dringend, "die Eingliederung der menschlichen Zellen in die Gehirnfunktionen zu untersuchen und zu überwachen".

Zudem halten es die amerikanischen Stammzellexperten nicht für gänzlich ausgeschlossen, dass sich injizierte embryonale Stammzellen in menschliche Keimzellen verwandeln könnten - also in Ei- oder Samenzellen: Um jegliches Risiko auszuschliessen, solle es den Tieren "nicht möglich sein, sich fortzupflanzen".

In Deutschland gibt es vergleichbare Empfehlungen zur Chimärenforschung bislang noch nicht. Dabei sind ähnliche Versuche auch hier geplant - oder haben wie in Göttingen sogar schon stattgefunden.

Quelle - Teil 1 (Spiegel)
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Zitat
Auch der wohl profilierteste deutsche Stammzellforscher, Oliver Brüstle, verfügt bereits über eine langjährige Erfahrung mit Chimärenexperimenten. Bereits 1998 publizierte er, damals noch als Forscher in den USA, einen Eingriff, bei dem sein Wissenschaftlerteam Zellen aus einem menschlichen Fötus in die Gehirne von Ratten-Embryonen übertragen hat.

Mittlerweile ist Brüstle Direktor des neu gegründeten Instituts für Rekonstruktive Neurobiologie der Universität Bonn. Als einer der Ersten erhielt er nach der mühsamen Verabschiedung des Stammzellgesetzes eine Lieferung embryonaler Stammzellen aus Israel; sie sollen sich in seinem Labor zu menschlichen Nervenvorläuferzellen entwickeln - und diese will er dann, wie es aus der Genehmigung des Robert Koch-Instituts hervorgeht, in das Gehirn von neugeborenen Nagetieren implantieren.

Bestimmte Stoffe im Tiergehirn könnten dafür sorgen, dass sich die Zellen weiter spezialisieren - etwa in solche Hirnzellen, die bei Multiple Sklerose defekt sind. Der Effekt dieses Eingriffes bliebe begrenzt.

In einem anderen Versuch will Brüstle die Stammzellen in das im Aufbau befindliche Gehirn eines Nagetier-Embryos spritzen. Weil das Ratten- oder Mäusehirn noch in der Entwicklung begriffen ist, könnten sich die Zellen weiter verbreiten.

Längst arbeiten Forscher schon daran, den menschlichen Anteil im Tier zu maximieren. Entsprechende Versuche hat der kalifornische Biologe Irving Weissman geplant. Dazu braucht er Gen-Mäuse, deren eigene Hirnzellen noch vor der Geburt absterben. Als Ersatz will er den Tieren menschliche Hirnstammzellen einspritzen. Das erwachsene Mausegehirn bestünde in diesem Fall weitgehend aus menschlichen Nervenzellen. Das sei ein hervorragendes Modell, an dem sich Hirnkrankheiten des Menschen erforschen liessen, so der Stanford-Professor.

Es gibt aber sogar noch mehr Mensch im Tier: Südkoreanische Forscher statteten ein Mäuse-Embryo in einem noch sehr jungen Stadium mit embryonalen Stammzellen des Menschen aus - die menschlichen Anteile fanden sich angeblich in Herz, Leber und Nieren wieder. "Nach heftigen Protesten", so Park Se Pill, Direktor der Firma Mariabiotech, hätten sie im Juni 2003 die Experimente eingestellt.

Der Vorsitzende des hiesigen Nationalen Ethikrates, Spiros Simitis, hält schon das Vorgehen der deutschen Stammzellforscher für "absolut inakzeptabel" und fordert sie dazu auf, "zu den Versuchen Stellung zu nehmen, damit der bioethische Diskurs nicht wieder überrannt wird".

Mit dem vor drei Jahren gefundenen Kompromiss über den Import embryonaler Stammzellen, so der Frankfurter Juraprofessor, sollte lediglich ermöglicht werden, die Grundlagen der Stammzellentwicklung zu erforschen. Die Chimärenversuche hingegen zielten bereits auf Therapien ab: "Diese Grenze ist von den Wissenschaftlern einfach überschritten worden."

Schon Ende Juni, kündigt Simitis an, werde sich der Ethikrat mit dem Thema Chimären befassen. Die Stammzellforscher würden das Thema am liebsten umgehen, weil sie fürchten, dabei ein Frankenstein-Image verpasst zu bekommen. Doch Ethikwächter Simitis will sich in seinem Eifer nicht bremsen lassen. Eile sei geboten, denn "in den Laboren passiert sowieso schon mehr, als wir wissen".

Die Biologen sehen ihre Forschung naturgemäss viel pragmatischer. Für so etwas wie Bewusstsein reichten die nur lokal in das Tiergehirn eingebauten Menschenzellen ohnehin nicht aus. Alle weiterführenden Experimente seien wissenschaftlich überhaupt nicht sinnvoll. Ein echtes Mischwesen aus Mensch im Tier wäre ohnehin gar nicht lebensfähig.

Die amerikanische Debatte über Chimären hält Wolfgang-Michael Franz von der Universitätsklinik Grosshadern in München im übrigen für heuchlerisch. Rigorose ethische und rechtliche Gebote gäbe es in den USA nur für staatlich geförderte Forschung. "In privaten Laboren ist das meiste erlaubt; vieles, wovon wir im strikt reglementierten Deutschland nur träumen können, wird drüben längst gemacht", klagt der Kardiologe, der aus Stammzellen gewonnene menschliche Herzmuskelzellen in Mäusen erproben will.

"Das Ganze ist nur ein Alibi für den US-Präsidenten, der seinen konservativen Wählern dann sagen kann: ,Schaut her, ich tu was dagegen'", sagt Franz. Die deutsche Forschung gerate im internationalen Wettlauf um die Therapie mit embryonalen Stammzellen mit jedem Tag weiter ins Hintertreffen.

Die Wissenschaftler werden weniger von ethischen als von praktischen Problemen gequält. Denn bis heute ist nicht geklärt, ob sich Gewebe, das aus menschlichen Stammzellen gezüchtet wurde, überhaupt sicher in den Organismus einbringen lässt. Stets besteht die Gefahr, dass noch nicht ausdifferenzierte Zellen genetisch entgleisen und - wie bei den Affen in Göttingen - zur Entstehung von Tumoren führen.

Ethikkommissionen und Zulassungsbehörden werden jedoch frühestens dann Versuche mit embryonalen Stammzellen an Menschen zulassen, wenn im Tierversuch gezeigt wurde, dass die jeweilige Heilmethode ungefährlich ist. Erst Mitte April haben zwei wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass das Krebsrisiko durch Stammzellen grösser ist als bislang angenommen.

Zellforscher Mansouri hofft, dieses Problem mit einem sogenannten Suizid-Gen in den Griff zu bekommen. Bevor die von ihm gezüchteten Nervenzellen zu Tumoren entarten, sollen sie zerstört werden. Die Menschenzellen mit derartigen Terminator-Genen sollen noch dieses Jahr getestet werden - an Affen.

Quelle  (Spiegel)


Weitere Links:
 Züchtung von Chimären?
 Chimäre
 Die Angst vor der Chimäre (Die Welt)
 Chimaere Feuer speiendes Mischwesen mit drei Köpfen

Selena

Offline Dana

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Die Erschaffung von Chimären heute (und früher)
« Antwort #1 am: 09. 11. 2006 | 18:14:27 »
Zitat
Chimären: Mensch-Tier-Mischwesen

Letzte Woche hat das Institut für deutsches, europäisches und internationales Medizinrecht, Gesundheitsrecht und Bioethik der Universitäten Heidelberg und Mannheim (IMGB), einen Forschungsauftrag von der EU erhalten. Bestehende Fragen und Probleme bei der Herstellung bzw. Verwendung von so genannten Chimären in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern, Medizinern, Juristen und Ethikern aus europäischen, aber auch aus aussereuropäischen Ländern sollten geklärt werden. Chimbrids (Chimeras and Hybrids in Comparative European and International Research: Scientific, ethical, philosophical and legal aspects) soll sich jetzt mittels Laborversuche damit beschäftigen, transgene Mensch-Tier-Chimären herzustellen. Bei diesem Projekt werden Empfehlungen für Wissenschaft und Politik entwickelt.

Chimären übten schon sehr lange eine Faszination bei Menschen aus, jedoch bestanden frühere Chimären-Generationen aus Kombinationen von diversen Körperteilen, der verschiedensten Lebewesen. Mischwesen aus Menschen und Tieren übten schon immer eine gewisse Faszination aus, wie beispielsweise die Sphinx, Meerjungfrauen, Kentauren oder Harpyien. Im Zeitalter der Gentechnik wird es immer reizvoller, Mensch-Tier-Chimären zu erschaffen. Tiere, denen menschliche Gene eingefügt werden, dienen auf diesem Wege, bestimmte Krankheiten besser untersuchen zu können.

US-Wissenschaftler demonstrieren dagegen, dass menschliche Stammzellen sich in die Gehirne von Mäusen integrieren und somit durch Gen- und Biotechnologie neue Organismen geschaffen werden. Es kommt darauf an, wie viele Gene von einem Organismus in einen anderen übertragen werden, demnach ist von transgenen Organismen bis hin zu Chimären alles machbar. Man kann zusehen was dabei herauskommt, wenn man die "Klaviatur" durchspielt und die in Organismen existierenden Gene in einem Trägerorganismus einpflanzt und beliebig kombiniert. Irgendwann stellt sich hierbei die Frage, ab wann man nicht nur einen Organismus mit neuen Eigenschaften schuf, sondern eine neue Art, also eine Chimäre.

Wissenschaftler ermitteln, ab welcher Anzahl von Genen ein Tier oder Lebewesen noch "transgen" ist oder zu einem Menschen wird, weil dies nach Meinung der Forscher beträchtliche Folgen darstelle. Den Forschern kommt die Frage auf, ob für die Herstellung von Mensch-Tier-Chimären und für den Umgang mit ihnen andere Prinzipien geltend gemacht werden als für Tiere bzw. Menschen? Ab wann soll ein Tier "humanisiert" werden, auch wenn es körperlich und/oder kognitiv dem Menschen nicht ähnelt? Es kämen auch Fragen aus der Science-Fiction-Szenerie auf: Was ist mit Chimären, die körperlich ein Tier sind, aber ein menschliches Gehirn besitzen? Was ist mit Chimären, die den Körper eines Menschen haben und das Gehirn von einem Tier, bzw. ein Gehirn, das gerade dazu fähig ist, um das Wachstum und die Lebensfunktionen aufrecht zu erhalten? Hätten solche Kreaturen überhaupt Anspruch auf humanen Umgang? Dürfte man in dem Falle mit ihnen experimentieren, sie töten und/oder ausschlachten, um be
ispielsweise Organe zu gewinnen?

Wissenschaftler, unter der Leitung von Fred Gage vom Salk Institute in San Diego und vom Nara Institute of Science and Technology (Kansai Science City, Japan), berichten in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (Development of functional human embryonic stem cell-derived neurons in mouse brain) darüber, dass sie Mäuse erzeugt haben, in deren Gehirne menschliche Zellenkolonien wachsen. Ziel dieser Laborversuche ist es, realistischere Tiermodelle für die Bekämpfung neurologischer Krankheiten, wie beispielsweise Alzheimer oder Parkinson zu schaffen. Hierbei entstanden zwangsweise neue Möglichkeiten, aber auch ethische Probleme.

Die Wissenschaftler injizierten zwei Wochen alten Mäuseembryos noch in der Gebärmutter jeweils rund 100.000 undifferenzierte menschliche Stammzellen, ein kleiner Teil der Stammzellen, so dass die Mäuse bei Geburt einen Anteil von 0,1 Prozent an menschlichen Zellen in ihren Gehirnen aufwiesen. Um die menschlichen Zellen überhaupt auffinden zu können, wurde ein so genanntes Marker Gen mitinjiziert. Es entwickelten sich verschiedene Neuronen-Zellarten und Glia-Zellen, welche die gleiche Grösse und Form wie tierische Zellen hatten. Sie siedelten sich in verschiedenen Arealen des Mäusegehirns an, ohne vom Immunsystem abgestossen zu werden oder Tumore zu verursachen. Die Forscher gaben an, dass die Neuronen aktiv waren und sich über Synapsen mit den Neuronen der Mäuse verbanden. Dies ist für die Wissenschaftler der Beweis, dass sich menschliche Stammzellen in Gehirne von Mäusen integrieren können und sogar noch bei erwachsenen Mäusen funktionsfähig bleiben. Von daher steht für die Fo
rscher eine sehr ähnliche Funktionsweise unter den Säugetieren fest.

Mit geringen Mengen menschlicher Zellen, im Gehirn der Ratten, dürften noch keine ethischen Probleme aufkommen. Die Wissenschaftler versichern, dass zumindest die Gehirne der Mäuse verändert wurden. Es fand lediglich eine Anpassung der menschlichen Zellen in den Gehirnen der Mäuse statt, betont Gage. Allerdings wird auch hier die Frage aufkommen, inwieweit Chimären, zumal im Gehirn, "vermenschlicht" werden dürfen. Will man damit bezwecken, Therapien oder Medikamente annähernd realistisch in lebendigen Gehirnen von Chimären zu testen, so müsse das Gewebe dem von Menschen angenähert werden. Hierbei kommt eine weitere Frage auf die Wissenschaftler zu. Welche Eigenschaften entwickelt ein weitgehend menschliches Gehirn in einem Tier, wenn die menschlichen Zellen sozusagen die tierischen übernehmen? Einen so genannten Homunculus in einem Mäuse- oder Rattenhirn wird es nach Meinung der Forscher nicht geben, aber Mäuse oder Affen könnten auf diesem Wege zu neuen kognitiven Fähigkeite
n gelangen.

Jeremy Rifkin, Leiter der Foundation for Economic Trends, und Biologen Stuart A. Newman vom New York Medical College in Valhalla und Mitglied des Council for Responsible Genetics meldeten, mit Hilfe eines Tricks, ein Patent für die Herstellungsmethode von Mensch-Tier-Chimären und daraus entstehende Lebewesen beim amerikanischen Patentamt an, mit der Absicht, die Herstellung von Chimären zu unterbinden. Wenn den Forschern das Patent gewährt würde oder durch Provokationen einer Ablehnung, zumindest andere Patentierungen, zu erschweren. 2004 wies das amerikanische Patentamt ihren Antrag zurück, mit der Begründung die Chimären seien zu menschlich. Rifkin und Newman leiteten ihren Sieg daraus ab, in der Hoffnung, dass, während einer Zeitspanne von 20 Jahren, jeder Patentantrag auf Mensch-Tier-Chimären in den USA zurückgewiesen werden würde. Die Forschung wird auf diese Weise zwar behindert, aber nicht verhindert.

In Deutschland wird am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie ebenso mit der Injektion von menschlichen Stammzellen in Tiergehirne geforscht. Im Rahmen einer Forschung nach Therapien mit Zellersatz für die Parkinson-Krankheit kamen allerdings keine embryonalen Stammzellen zum Einsatz, sondern nur differenzierte humane Stammzellen. Sie wurden zwei Weissbüschelaffen in deren Gehirne implantiert (Wir berichteten bereits darüber). Ebenso experimentiert Oliver Brüstle mit der Verpflanzung, der aus Stammzellen gewonnenen menschlichen Nervenzellen, die in Rattengehirne injiziert werden.


Quelle: http://www.paranews.net/beitrag.php?cid=2524


@ Selena

Ich gehe schon davon aus das es einst Genexperimente gab, bei denen dann diese Mischwesen herauskamen. Aber wenn es sog. "verunglückte Experimente" waren, wieso setzt man dann ein solches Monument wie die Sphinx? Also waren es wohl keine verunglückten Experimente sondern gewolltes Schaffen von diesen Mischwesen, aber zu welchem Zweck?

Dana

Selena

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Die Erschaffung von Chimären heute (und früher)
« Antwort #2 am: 09. 11. 2006 | 18:15:48 »
erstellt am: 3/5/2005 um 10:55
Zitat
@ Selena

Ich gehe schon davon aus das es einst Genexperimente gab, bei denen dann diese Mischwesen herauskamen. Aber wenn es sog. "verunglückte Experimente" waren, wieso setzt man dann ein solches Monument wie die Sphinx? Also waren es wohl keine verunglückten Experimente sondern gewolltes Schaffen von diesen Mischwesen, aber zu welchem Zweck?

Dana


Muss es dafür zwingend einen Zweck dienen????

Einmal war es blosser Zeitvertreib (Gott spielen), und zum anderen wurden so Wesen geschaffen die man durch gezieltes "Erschaffen" (meist) steuern konnte. Sich dienstbar machen konnte - Sklaven, bewachen von Personen, Gegenstände oder Orte.

Selena

Offline Dana

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Die Erschaffung von Chimären heute (und früher)
« Antwort #3 am: 09. 11. 2006 | 18:20:39 »
erstellt am: 25/12/2005 um 03:23,  Antwort 3  


Zitat
Muss es dafür zwingend einen Zweck dienen????

Einmal war es blosser Zeitvertreib (Gott spielen), und zum anderen wurden so Wesen geschaffen die man durch gezieltes "Erschaffen" (meist) steuern konnte. Sich dienstbar machen konnte - Sklaven, bewachen von Personen, Gegenstände oder Orte.


@ Selena
Um Himmels Willen, nein, es muss natürlich nicht einem Zweck dienen.
Sorry wenn das bei Dir so ankam. Aber gleich 4 Fragezeichen hinterherzuwerfen, naja.
So wie Du es formulierst, scheinst Du ja dabeigewesen zu sein.

Dana 8)