Autor Thema: Cluny Machtvolles Gebilde im Mönchsgewand  (Gelesen 6271 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline WGS

  • Administrator
  • *******
  • Beiträge: 1.472
  • Karma: +0/-0
  • Geschlecht: Männlich
Cluny Machtvolles Gebilde im Mönchsgewand
« am: 03. 10. 2009 | 15:29:27 »
Servus,

Ich möchte gern mal was über eines meiner Spezialthemen vorstellen:
Cluny Mittelalterlicher machtvoller Mönchsstaat in Europa

Zitat
Das 910 gegründete Benediktinerkloster (Abtei von Cluny) war Anfang des 10. Jahrhunderts Ausgangs- und Mittelpunkt der cluniazensischen Reform. Die Abtei verdankt ihren weitreichenden Einfluss der strengen Beobachtung benediktinischer Ordensregeln von mehr als 1.000 Klöstern (über 20.000 Mönche). Von 927 bis 1157 wurde Cluny von fünf einflussreichen Äbten regiert, die zugleich Freunde und Ratgeber von Kaisern, Königen, Fürsten und Päpsten waren. Darauf fußte der einmalige Status der Abtei, die direkt dem Papst unterstellt war. Viele andere Klöster fragten die Äbte von Cluny um Rat und schlossen sich ihm an. Diese Klöster hatten keinen Abt mehr, sondern einen Prior, der vom Abt von Cluny bestimmt wurde. Die Zugehörigkeit zu Cluny brachte Privilegien und Hochachtung mit sich (Sicherheit vor Übergriffen der Bischöfe und weltlicher Herren, weniger Belastungen durch das Feudalsystem).
Dem Stifter von Cluny kam es darauf an, seine Klostergründung gegen weltliche Einmischungen zu sichern, die in so vielen anderen Klöstern wirksam geworden waren und den urchristlichen Grundgedanken verwässert hatten. In der Stiftungsurkunde wurde daher die Exemption, die juristische Sonderstellung des neuen Klosters festgelegt: Es sollte einzig und allein dem unmittelbaren Schutz des Papstes unterstellt sein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Cluny

Ich werde mich zu Beginn hier erstmal aus Quellen des Internets bedienen, später folgt dann eigenes.
Cluny war ein Monstrum seiner Zeit, mit weit über 1500 Klöstern in ganz Europa und weit über 20000 Mönchen, vor allem bewegte es sich hier im Bereich der Benediktiner und ihrem Bruderorden Zisterzenser, was wenige wissen das auch Laienorden des Deutschritter Ordes hier zum Teil ihren Ursprung hatten. Man könnte Cluny auch als ersten Schwertorden ohne Schwert bezeichnen, Austragungen mit dem Schwert hatte Cluny nicht nötig.
Ab dem 11 Jahrhundert wurde Cluny auch zur Keimzelle der Radikalisierung und der Militarisierung der Kirche, die mit der Gründung der Schwertorden dann fortgesetzt wurde. Eine der Herausragenden Persönlichkeiten hier war Bernhard von Claviox, der zwar nie Abt von Cluny wurde aber es hier entscheidend prägte. Eine andere Persönlichkeit die Cluny Anfang des 13 Jh. prägte war Otto von Bamberg, der Pommernapostel und spätere Heilige. Clunys Wirken zeichnet sich auch in der Radikalen Verfolgung alles Heidnischen nach und der Rituale und Kulte, hier wurde versucht alles zu Christianisieren was ging.
Diese Aspekte die ich eben Darlegte nennt man: Cluniazensische Reform

Zitat
Die Cluniazensische Reform war eine vom burgundischen Benediktinerkloster Cluny ausgehende geistliche Reformbewegung des Hochmittelalters, die zuerst das Klosterleben und dann das Papsttum erfasste.

Die Hauptgedanken der Reform waren:

   1. strenge Beachtung der Benediktsregel
   2. größte Gewissenhaftigkeit beim Opus Dei, den täglichen Gottesdiensten
   3. Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches.

Daneben standen eine Reform der Klosterwirtschaft und Loslösung der Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der Bischöfe; die Klöster wurden direkt dem Schutz des Papstes unterstellt. Im Streit zwischen Kaiser und Papst (Investiturstreit) unterließ es Cluny, Partei zu ergreifen, stand aber in Fragen der Simonie und des Zölibats auf Seiten der Reformpäpste.
http://de.wikipedia.org/wiki/Cluniazensische_Reform

Man muss unterscheiden hier das die Reformen nicht im Sinne Benedikt von Nursias durchgeführt wurden sondern in der Form des Benedikt von Aniane. ( http://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_von_Aniane ) Dazu später mal mehr. Hier sagt u.a Wikpedia zu wenig aus, Benedikt von Aniane gilt als der dt. Benedikt (fränkische) und Hofhund der Karolinger, dazu verband ihn eine enge Bindung zu den Irischen Missionsaposteln, Willibald, Killian und Bonifatius.

Bayrische Grüsse
WGS
Einen Weg, einmal eingeschlagen, gilt es zu Ende zu gehen. Eine Welt die aufgehört hat, sich zu verändern, hat aufgehört lebenswert zu sein.
Neid und Gier, diese Attribute können in kleinen Dosen hilfreich in der Evolution sein, geraten sie außer Kontrolle sind sie der Anfang vom Ende von Allen!!