Autor Thema: Grosser Lauschangriff auf den Internet Relay Chat (IRC)  (Gelesen 2306 mal)

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Offline Dana

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Grosser Lauschangriff auf den Internet Relay Chat (IRC)

Vorgeblich mit Fördermitteln der US-amerikanischen National Science Foundation (NSF) wollen Wissenschaftler des New Yorker Rensselaer Polytechnic Institute eine automatische Bespitzelung von Internet-Relay-Chat-Communities in Angriff nehmen.

Laut Projektbeschreibung wollen die Forscher ein System entwickeln, das automatisch Profile von Internet-Chattern, Chat-Gruppen und ganzen Chatrooms erstellt, sodass sich jederzeit Fragen nach dem Schema "Wer chattet in Chatroom X über das Thema Y" oder "In welchen Chatrooms wird Thema X diskutiert" beantworten lassen. Unter den Forschungszielen des Vorhabens werden zuvorderst die Erfassung und Auswertung graphenloser Datenmodelle und die Entwicklung neuer Visualisierungstechniken genannt; weniger deutlich ist zu erkennen, dass das "gemeinsam von der NSF und der Intelligence Community geförderte" Projekt die erreichbaren Chatrooms durch heimliche Lauscher lückenlos überwachen und alle Wahrnehmungen mitschneiden soll. Zur Legitimation weisen die Forscher indes ausdrücklich darauf hin, dass Missetäter leicht einen Teenager-Chatroom verwenden könnten, um Terrorangriffe zu planen.

Das mit knapp 160.000 US-Dollar eher bescheiden finanzierte Vorhaben, das von Januar bis Dezember 2005 laufen soll, verdankt seine Entstehung, wie jetzt bekannt wurde, einer nicht-öffentlichen übereinkunft (PDF) zwischen NSF und der so genannten Information Community -- den laut Pressestimmen etwa 70.000 Angestellten der US-Geheimdienste CIA, Defense Intelligence Agency und National Security Agency -- aus dem Jahre 2003. Dieses Abkommen soll technische Mittel der Terrorbekämpfung schaffen, welche die "Intelligence Community an Land ziehen und über die Industrie in Systeme integrieren kann".

Während Bürgerrechtler etwa des Electronic Privacy Information Center die Buchstabenfolge "NSF" bereits mit "National Spy Foundation" assoziieren, sehen andere Forschungspolitiker neben der legitimen Terrorbekämpfung offenbar keine weiteren bedeutenden Gesichtspunkte im enthüllten Geheimdienst-Engagement. Lediglich die NSF selbst will sich nach Auskunft ihres Programmchefs Leland Jameson künftig von derartigen CIA-Kooperationen fern halten, weil sich inzwischen andere Interessenschwerpunkte ergeben hätten. (hps/c't)


Quelle: http://www.heise.de/newsticker/result.xhtml?url=/newsticker/meldung/53641&words=Lauschangriff

Also ..... schön vorsichtig sein was man da so ablässt im chat :D

Dana

Offline niklas

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Grosser Lauschangriff auf den Internet Relay Chat (IRC)
« Antwort #1 am: 26. 09. 2006 | 18:49:25 »
Der Text ist zwar schon älteren Datums, aber er passt eben dazu und gibt
vielleicht noch ein paar Aufschlüsse:

CIA will Chatrooms überwachen
US-Geheimdienst unterstützt Forschungsarbeiten

Washington (pte, 29. Nov 2004 08:05) - Der US-Nachrichtendienst CIA http://www.cia.gov/ hat massiv Forschungsarbeiten unterstützt, um die Ausspionierung von Chatrooms möglich zu machen. Offiziell wurden die Forschungsarbeiten zwar von der National Science Foundation (NSF) http://www.nsf.gov/ durchgeführt, die CIA wählte aber die Forscher aus, die in den Genuss der Forschungsförderung kamen. Dies geht aus einem Vertrag zwischen den beiden Organisationen hervor.

Ganz allgemein ging es bei dem Forschungsprojekt um Möglichkeiten, potenzielle Terroristen frühzeitig auszumachen bzw. um neue Formen der Terrorismus-Bekämpfung durch fortschrittliche Technologien. Eines der eingereichten Projekte stammte vom Rensselaer Polytechnic Institute in Troy im US-Bundesstaat New York http://www.rpi.edu/ . Dessen Thema war die "automatisierte überwachung und das Profiling des Verhaltens von Chatroom-Usern".

Für das Forschungsvorhaben konnten die beiden Wissenschaftler Bulent Yener und Mukkai Krishnamoorthy insgesamt knapp 158.000 Dollar von CIA und NSF einstreifen. Sie schlugen ein System vor, das im Hintergrund jedes Chatrooms arbeiten soll und als stiller Zuhörer für den Lauschangriff fungiert. Aufgedeckt wurde das CIA-Sponsoring der Forschungsarbeiten durch die Datenschutzgruppe Electronic Privacy Information Center (EPIC) http://www.epic.org/ , die sich die Unterlagen unter Berufung auf den "Freedom of Information Act" beschafft hat. http://www.epic.org/privacy/wiretap/nsf_release.html (Ende)


Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Georg Panovsky
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Tel. +43-1-81140-319

Dass solches u.U. schon länger so gehandhabt wird, liegt bestimmt im Bereich des Möglichen.

Gruss
Niklas