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Selena

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Parallelen in der Evolution von Mensch und Haustieren?
« am: 09. 10. 2006 | 00:31:39 »
Parallelen in der Evolution von Mensch und Haustieren?
8/6/2004

Zitat
Neue These zur Domestikation

Parallelen in der Evolution von Mensch und Haustieren?

Menschen und Haustiere haben in ihrer Entwicklung ähnliche körperliche Veränderungen durchgemacht. Diese werden in der Wissenschaft jedoch auf unterschiedliche Prozesse zurückgeführt. Eine Anthropologin aus Neuseeland sucht nun nach Erklärungen, die für alle betroffenen Spezies gleichermassen gelten.
 
 
 über die Entwicklung des Menschen einerseits und über die Domestikation der Tiere andererseits ist viel geschrieben worden. Auch die Vermutung, dass beide Prozesse etwas miteinander zu tun haben könnten, war bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts Gegenstand der Forschung. Nach den rassenideologischen Entgleisungen im Nationalsozialismus ist es aber, abgesehen von den zweifelhaften überlegungen von Konrad Lorenz zur «Verhausschweinung» des Menschen, um das Thema «Mensch und Domestikation» still geworden. Nun hat sich die Anthropologin Helen Leach von der Otago-Universität in Dunedin, Neuseeland, in einem Essay in der renommierten Zeitschrift «Current Anthropology» des Themas angenommen und bietet neue Denkansätze an.

Allgemeine Kriterien
Grundsätzlich versteht man unter Domestikation den Prozess, der aus wilden Pflanzen und Tieren nützliche Kulturpflanzen und Haustiere schafft. Domestizierte Tiere sehen ihren wilden Artgenossen zwar noch ähnlich, haben aber im Verlauf ihrer Züchtung unter anderem ihr Aussehen und ihr Verhalten verändert. Alle Haustiere zeigen einen ähnlichen körperlichen Umbau, der auf ein Zusammenspiel von genetischen Faktoren und Einflüssen aus der Umwelt - auf die das Tier in einem durch seine genetische Ausstattung definierten Rahmen reagiert - zurückgeht. Der jeweilige Beitrag dieser beiden Faktoren auf die einzelnen Domestikationserscheinungen, die in unterschiedlichen Kombinationen bei allen Haustieren zu finden sind, ist aber laut Leach noch unklar.

Zu diesen Domestikationscharakteristika zählen beispielsweise die Knochenmerkmale, anhand deren Archäozoologen bestimmen, ob Funde von frühen Haus- oder von Wildtieren stammen - unter anderem eine geringere Körpergrösse, ein grazilerer Knochenbau, die Verkürzung des Gesichtsschädels sowie Zahnanomalien wie kleinere oder weniger Zähne. Solche morphologischen Modifikationen am Skelett könnten ab dem späten Pleistozän vor Tausenden von Jahren jedoch auch beim Menschen festgestellt werden, schreibt Leach. Sie würden von der Forschung da aber nicht als Folgen eines Domestikationsprozesses im heutigen Wortsinn interpretiert.
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Selena