Autor Thema: Modernste Kreissägen im Altertum?  (Gelesen 3564 mal)

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Offline WGS

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Modernste Kreissägen im Altertum?
« am: 11. 11. 2009 | 13:52:47 »
Modernste Kreissägen im Altertum?
Das hab ich durch Zufall auf Archäologie-online.de entdeckt.
http://www.archaeologie-online.de/cgi-bin/gforum/gforum.cgi?post=26703;sb=post_latest_reply;so=ASC;forum_view=forum_view_collapsed;;page=unread#unread

Sie wurden im http://de.wikipedia.org/wiki/Karnak-Tempel aufgenommen.
Kommentar eines Infokriegers dazu:

Zitat
Hi,

ich bin zwar kein gelernter Steinmetz, habe aber knapp ein Jahr bei einem gearbeitet, und habe Grabsteine mit einer Steinbrückensäge mit Diamantsägeblatt zugeschnitten und anschließend poliert.

Was mir sofort bein den nahaufnahmen mit der Büroklammer auffällt ist die Schneidfläche, mit einem Meißel bekommt mein so eine Fläche nicht hin. Jeder Steinmetz wird mir recht geben, die Fläche sieht genauso aus wie wenn man einen Steinblock durchgesägt hat. Ich meine die Glattenflächen mit den Vertiefungen wo das Sägeblatt eben nicht geschnitten hat. Es gibt aber noch ein Problem, ein Diamantsägeblatt ist vorne nicht Spitz wie eines für Holz, sondern hat breite Diamantzähne die natürlich ebenfalls versetzt sind. Sonst würde die Säge ja stehn bleiben. Ich habe keine Ahnung wie die das hinbekommen haben, selbst mit einer heutigen Säge wüde der Schlitz unten nicht Spitz sein sonder U-Förmig bleiben.
Auch wenn man die Säge schräg gekippt hätte.

Ich hoffe ihr könnt mir folgen und wißt was ich meine :-)

Hier mal ein Video von so einer Säge

http://www.youtube.com/watch?v=muoeBJa2LrM#

Gruss
WGS
Einen Weg, einmal eingeschlagen, gilt es zu Ende zu gehen. Eine Welt die aufgehört hat, sich zu verändern, hat aufgehört lebenswert zu sein.
Neid und Gier, diese Attribute können in kleinen Dosen hilfreich in der Evolution sein, geraten sie außer Kontrolle sind sie der Anfang vom Ende von Allen!!

Offline Andromache

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Re: Modernste Kreissägen im Altertum?
« Antwort #1 am: 11. 11. 2009 | 16:04:53 »
Der gute Mann irrt, ein Steinmetz kriegt das hin, auch heute noch, sogar mit antikem Werkzeug.
Gab vor ein paar Wochen eine Sendung auf Nacianal Geographic-Cannel, da ging es um Tut Ankh Amun und dessen Begräbnis. Archäologen wiesen auf Ungereimtheiten bei seinen Grabbeigaben und bei seinem Sarkophag  (aus Rosengranit) hin. Der Sarkophag war teilweise sehr sorgfältig gearbeitet, teilweise unter Zeitdruck und teilweise waren Veränderungen sichtbar. Woraus die Archäologen den Schluss zogen, dass der Sarkophag ursprünglich nicht für Tut Ankh Amun gedacht war, sondern für Echnaton.
Die Umarbeitung und Fertigstellung musste aber innerhalb von 70 Tagen erfolgen, der Zeit, die für das Begräbnisritual, einschließlich der Munmifizierung zur Verfügung stand.
Die Archäologen beauftagten zwei Steinmetze, die noch mit alten Techniken vertraut ist, weil sein Spezialgebiet Restauration gotischer Kirchen.
Die Männer schafften es tatsächlich, auf der Grundlage von Fotos der Änderungen und des fertigen Sarkophags, die bewussten Teile mit Kupferwerkzeug, Steinmeisseln sowie Polieren mit feinem Sand und Wasser in der gleichen Zeit, mit der gleichen Qualität herzustellen.
Diese Demonstration war schon beeindruckend, schon deshalb, weil bewiesen wurde, dass eben kein modernes Werkzeug notwendig ist. Voraussetzung war nur, dass der Block, aus dem der Sarkophag entstand so sorgfältig, wie nur irgend möglich vorbereitet war. Aslo nicht irgendein unförmiger Stein, der erst in Form gebracht werden muss, sondern schon sauber aus dem Steinbruch und genau das taten die Ägypter.
Es besteht eben schon ein Unterschied zwischen einem Steinmetz, der industriell Grabsteine herstellt und einem Steinmetz, der seine Arbeit noch als Handwerk, als Kunst ausübt. ;)

Andromache
« Letzte Änderung: 11. 11. 2009 | 18:01:52 von Andromache »
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