Autor Thema: Angeblich älteste Sternkarte der Welt zeigt Orion  (Gelesen 5910 mal)

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Offline WGS

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Angeblich älteste Sternkarte der Welt zeigt Orion
« am: 08. 10. 2006 | 19:58:01 »
Angeblich älteste Sternkarte der Welt zeigt Orion
ASA2 1/2003
Nach Angaben des Münchner Astronomen Michael Rappenglück stellt eine Gravur in einem rund 32 500 Jahre alten Elfenbeintäfelchen ein Abbild des Sternbilds Orion dar. In den kleinen Splitter eines Mammutstosszahns ist eine menschenähnliche Figur eingeschnitzt, die der Sternenkonstellation ähnelt. Der Fund wäre somit die bislang älteste Sternenkarte.

Bislang gingen Archäologen davon aus, dass es sich um ein Bildnis einer betenden oder tanzenden Gestalt handelt. Die aufsehenerregende Tafel wurde bereits 1979 in einer Höhle im Achtal, Alb-Donau-Kreis, gefunden.
 

Der Münchener Forscher Michael Rappenglück hat einen spannenden Fund gemacht. Bei näherer Untersuchung der 15.000 Jahre alten Malereien in den Höhlen von Lascaux in Frankreich stiess er zwischen den Tierdarstellungen auf Anordnungen von Punkten und Quadraten, die für ihn den Schluss nahelegen, dass es sich dabei um eine Darstellung des Mondzyklus handelt.

Rappenglück, der nach einem Studium der Philosophie, Wissenschaftstheorie und Theologie in München mit einer Arbeit über die Geschichte der Astronomie promoviert hat, erforscht die Höhlen seit längerem und hat schon zuvor bestimmte Zeichnungen mit bekannten Sternkonstellationen in Verbindung gebracht. Um die Höhlenmalereien zu begreifen, da ist sich der Forscher sicher, muss man die Menschen verstehen, die in ihnen gelebt haben. Sie malten den Himmel, aber nicht alles, sondern nur die Teile, die wichtig für sie waren, so Rappenglück.

Die nun entdeckte Konstellation ist der wohl älteste Mondkalender der Welt. Unterhalb der Darstellung eines Hirsches finden sich 13 Punkte und ein Quadrat in einer Reihe. Rappenglück erläutert: Das ist der halbe Mondzyklus: Ein Punkt für jeden Tag, an dem der Mond am Himmel zu sehen ist. Das leere Quadrat symbolisiert den Neumond; an diesem Tag ist der Mond verschwunden

Neben einem Pferd gibt es eine weitere Reihe mit 29 Punkten. Jeder dieser Punkte stehe für einen Tag des 29 Tage dauernden Zyklus, in dem der Mond seine Phasen am Himmel durchläuft. Die Menschen kannten die Rhythmen der Natur sehr genau, denn ihr überleben hing von ihnen ab.

Es waren Cromagnon Menschen, die vor 15.000 Jahren, während in Resteuropa die Eiszeit herrschte, in ihrem klimatisch gemässigten Tal der Dordogne überleben konnten und die Höhlenwände mit Tierbildern und anderen Darstellungen von sie unmittelbar betreffenden und beschäftigenden Objekten und Szenen schmückten. Eiszeit-Graffity, gewissermassen.

Prähistorische Sternenkarte in der Höhle von Lascaux

Der gesamte Sternenhimmel von vor 16.500 Jahren

Prähistorische Sternenkarte in der Höhle von Lascaux entdeckt.
Der gesamte Sternenhimmel von vor 16.500 Jahren Stierbilder in der Höhle von Lascaux: Als Darstellung der Plejaden werden die Punkte neben dem Stierkopf interpretiert Foto: dpa

München - Die Höhle von Lascaux in der französischen Dordogne ist weltberühmt für ihre Felsmalereien. Doch die Menschen der Steinzeit bildeten dort nicht nur Hirsche, Stiere, Vögel und Pferde aus ihrer unmittelbaren Umgebung ab. Der Archäoastronom Michael Rappenglück, freier Forscher mit eigenem "Institut für interdisziplinäre Studien" in Gilching bei München, will in einem Schacht auch Abbildungen von Gestirnen entdeckt haben. "Der komplette prähistorische Nachthimmel wird dort dargestellt", sagt Rappenglück. Die Zeichnungen dokumentieren die Konstellation der Sterne, wie sie sich vor rund 16 500 Jahren den Menschen gezeigt hat, darunter drei markante Sterne, die heute die Namen Vega, Daneb und Altair tragen und zusammen das Sommerdreieck bilden. In einem anderen Teil der Lascaux-Höhle, im so genannten Saal der Stiere, hat Rappenglück markante Punkte neben dem Kopf eines Stieres als die Plejaden identifiziert. Diese Darstellung ist rund 17 000 Jahre alt. Die Höhlenbilder dokumentierten die Weltsicht der Steinzeitmenschen, erklärt Rappenglück.
nochmal was zur Sternenkarte:

 

 

Angeblich älteste Sternkarte der Welt zeigt Orion


Ur-Astrologie auf der Schwäbischen Alb. 32.500 Jahre alte Elfenbein-Schnitzereien zeigen möglicherweise die älteste bekannte Darstellung eines Sternbildes.
Auf einem Teil eines Mammut-Stosszahns hat der Münchner Archäologe Michael Rappenglück die seiner Meinung nach älteste von Menschen geschaffene Darstellung eines Sternbildes entdeckt. Die Hinweise darauf, dass auf dem Elfenbein-Plättchen tatsächlich Orion dargestellt ist, sind vielfältig, so Rappenglück zur Netzeitung.

Schmale Taille, kurzes Bein

Das nur 4 mal 1,4 Zentimeter grosse Stück zeigt eine männliche Figur mit enger Taille und unterschiedlich langen Beinen. Gefunden wurde es in der Geissenklösterle-Höhle bei Blaubeuren auf der Schwäbischen Alb. Die starke Ãhnlichkeit zum Sternbild Orion ist nach Ansicht Rappenglücks nicht von der Hand zu weisen.
Orion ist das am nördlichen Winterhimmel vielleicht auffälligste Sternen-Muster. Warum sollte Homo sapiens sapiens nicht schon vor über 30.000 Jahren die Gestalt eines Mannes mit engem Gürtel darin erkannt haben?

Für den Privat-Wissenschaftler Rappenglück, der hauptberuflich die Volkshochschule in Gilching bei München leitet, sind vor allem die Proportionen der Figur im Elfenbein ein eindeutiger Hinweis darauf, dass der Schnitzer das Vorbild für sein Werk im Himmel über der Alb fand. Die besonders schmale Taille korrespondiert mit den Ausmassen der drei Gürtelsterne des Orion, das linke Bein der Himmelsfigur ist ebenfalls kürzer als das rechte, und auch Orions Schwert findet sich in stimmigem Grössenverhältnis auf der Elfenbeinplatte wieder. Möglich, dass das Schwert den Schwanz eines Mischwesens aus Mensch und Löwe darstellte, oder vielleicht auch einen Penis, sagt Rappenglück

Fruchtbarkeits-Sternbild?

Zu den Indizien kommt noch hinzu, dass die Anordnung der Orion-Sterne vor 32.000 Jahren etwas anders war als heute. Wenn man die damalige Stellung der Sterne berechnet, scheint das geschnitzte Bild sogar noch besser mit dem Muster überein zu stimmen als mit der gegenwärtigen Konstellation.

Auf der Rückseite und an den Seiten der Elfenbeinplatte finden sich zahlreiche Einritzungen, 86 insgesamt. Rappenglück glaubt, hier einen Schwangerschaftskalender vor sich zu haben. Seine Begründung: Zieht man von den 365 Tagen eines Jahres 86 ab, so bleibt genau die Anzahl von Tagen übrig, die normalerweise eine menschliche Schwangerschaft dauert. Ausserdem ist einer der Hauptsterne Orions, der Schulterstern Beteigeuze, genau 86 Tage am Winterhimmel zu sehen. Orion könnte also auch ein Fruchtbarkeitssymbol im Himmel gewesen sein.

Das macht auch insofern Sinn als Völker von Jägern und Sammlern möglicherweise schon damals iher Fortpflanzung aktiv gesteuert haben, sagt Rappenglück. Denkbar seien rituelle Zeugungen im Frühjahr, denn nichts ist für solche Wandervölker so hinderlich, als wenn Frauen unkontrolliert über das Jahr verteilt Kinder bekommen.
Das Plättchen war mit Ocker bestreut - ein weiterer Hinweis darauf, dass es wahrscheinlich kultisch verwendet wurde. Vielleicht trug der Besitzer es in einem kleinen Beutel stets bei sich.
Rappenglück ist in der Erforschung der menschlichen Ur-Astronomie kein unbeschriebenes Blatt. Vor gut zwei Jahren fand er in einem Wandbild in der Höhle von Lascaux den ältesten bisher bekannten Mondkalender.

 

Quelle: http://www.netzeitung.de
Das Sternbild des Orion, aufgenommen von Bord der Raumfähre Endeavour.

Anmerkung in eigener Sache mir ist gelungen mit Herrn Dr. Rappenglück Kontakt aufzunehmen und habe ihn per E-mail gebeten und Eingeladen ins Forum selbst hier Stellung zu nehmen. Herrn Rappenbrinks Thematik wäre auch einen Themenabend mal wert.

Bayrische Grüsse
WGS
Einen Weg, einmal eingeschlagen, gilt es zu Ende zu gehen. Eine Welt die aufgehört hat, sich zu verändern, hat aufgehört lebenswert zu sein.
Neid und Gier, diese Attribute können in kleinen Dosen hilfreich in der Evolution sein, geraten sie außer Kontrolle sind sie der Anfang vom Ende von Allen!!

Offline Andromache

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Angeblich älteste Sternkarte der Welt zeigt Orion
« Antwort #1 am: 08. 10. 2006 | 20:03:32 »
Hallo Zusammen,
Ehrlich gesagt scheint mir die Interpretation der Darstellung als Sternbild doch recht gewagt. Dies würde bedeuten, dass die Menschen die Sternbilder von Anfang an personifizierten. Dann müssten solche Personifikationen schon in sehr frühen Mythen nachweisbar sein.

Bisher ist jedoch unbekannt, dass die Menschen schon in so früher Zeit bestimmte Sternkonstellationen als Sternbilder bezeichneten.

Auch die Verbindung   Sternbild=Fruchtbarkeitssymbol, erscheint mir recht weit hergeholt, bedeutet dies doch ein sehr hohes Abstraktionsvermögen.

Wenn die Menschen des Palöolithikums in erster Linie Bekanntes aus ihrer Umgebung darstellten - also eine recht naturalistische Kunst entwickelt hatten, erscheint es recht unwahrscheinlich, dass sie Gleiches in Sternkonstellationen zu sehen glaubten.

Wie schon erwähnt müssten sich mit solchen Darstellungen auch überlieferungen verbinden.

Meiner Meinung nach werden hier heutige Denkstrukturen auf die sehr frühe paläolithische Kultur übertragen.

Zudem ist zweifelhaft, dass die Himmelsbeobachtung schon so früh eine derartige Bedeutung gehabt haben soll. überlebensnotwendig waren soche Bebachtungen keinesfalls. Viel wichtiger war eine Beobachtung der umgebendes Natur. Bisher gibt es wohl keinen Nachweis dafür, dass Himmesbeobachtungen zu einem derartigen frühren Zeitpunkt einbezogen und mit den Beobachtungen in der Natur verbunden wurden.

Die hier dargelegte Interpretation würde das zwingend voraussetzen.

Andromache
was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen ein Ozean (Newton)

Auf Rechtscheibfehler besteht kein Urheberrecht, wer welche findet, darf sie behalten.

Babs-Baphomet

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Re: Angeblich älteste Sternkarte der Welt zeigt Orion
« Antwort #2 am: 25. 03. 2010 | 12:06:03 »
 :help: Hi WGS,

kannst Du mal dafür sorgen bitte, dass die Bilder zu sehen sind?

Dankeeeeeeee